Hanf, oder auch Cannabis, ist eine der ältesten Nutzpflanzen weltweit. Die robuste und schnell wachsende Pflanze wurde bereits 300 v. Chr. im alten chinesischen Kaiserreich sehr geschätzt. Doch wegen seiner berauschenden Wirkung wurde die Pflanze seit 1911 sukzessive verboten und die Wirkung geriet in Vergessenheit. Doch inzwischen beginnt eine Rückbesinnung und viele Länder erlauben inzwischen wieder den Anbau von Nutzhanf. In Deutschland ist das seit 1996 unter strengen Auflagen möglich.

Inzwischen belegen erste Studien die positive Wirkung von Cannabidiol (CBD), ein Wirkstoff der weiblichen Hanfpflanze, auf die menschliche Gesundheit. Daher wird CBD inzwischen, vor allem als CBD-Öl, als Alternative für die unterschiedlichsten Beschwerden angeboten. So soll es entkrampfend, schmerzstillend und entzündungshemmend sein. Doch was ist CBD-Öl eigentlich?

Was ist CBD-Öl?

CBD steht für Cannabidiol und ist eine natürlich vorkommende chemische Verbindung in den Hanfblüten der weiblichen Hanfpflanze. In Deutschland wird es als Nahrungsergänzungsmittel eingestuft und darf als CBD-Öl legal verkauft werden. Vorausgesetzt der für die Rauschzustände verantwortliche THC-Gehalt liegt unter 0,2 Prozent. Sobald der THC-Gehalt darüber liegt, handelt es sich um ein verschreibungspflichtiges Arzneimittel. Für die Herstellung von CBD-Öl wird das CBD auf unterschiedliche Art und Weise aus der Hanfpflanze extrahiert und anschließend mit einem Trägeröl zu CBD-Öl vermengt. Frei verkäufliche CBD-Öle sind nicht berauschend.

CBD-Öl ist kein Cannabis-Öl

Wenn von CBD-Öl die Rede ist, ist kein Cannabis-Öl gemeint. Gemeinsam haben die beiden Produkte lediglich die Vermischung mit einem Trägeröl. Während man bei CBD-Öl genau auf einen geringen THC-Gehalt achten muss, ist dieser bei Cannabis-Öl hingegen sogar gewünscht. Oft enthalten diese Öle bis zu 80 % THC. Das Ziel ist weniger eine gesundheitsfördernde Wirkung, sondern der Rauscheffekt. Aus diesem Grund ist der Verkauf auch nicht legal. Neben der nicht berauschenden Wirkung unterscheidet sich CBD-Öl von Cannabis-Öl auch noch in seiner Beschaffenheit. Es ist klar und flüssiger. Dahingegen ist Cannabis-Öl dickflüssig und schwarz.

Auch Hanf-Öl ist kein CBD-Öl

Hanf-Öl ist lediglich ein hochwertiges Speiseöl. Es hat keinerlei gesundheitsfördernde Effekte. Für die Herstellung werden, anders als beim CBD-Öl, die Samen der Hanfpflanze im Kaltpressverfahren bearbeitet. Doch auch wenn Hanf-Öl weniger zu medizinischen Zwecken eingesetzt wird, besitzt es doch einige wertvolle Inhaltsstoffe. Allen voran die wichtigen Omega-3 und Omega-6 Fettsäuren. Daneben enthält Hanföl auch noch wertvolle Proteine, Phosphor, Magnesium, Kalium und die Vitamine B1, B2 und E. Allgemein gehört Hanföl zu den Hanfprodukten, enthält aber weder THC noch CBD.

 

Wofür kann CBD-Öl verwendet werden?

Erste Untersuchungen ergaben, dass CBD entkrampfend, schmerzstillend und entzündungshemmend wirkt. Intensivere Studien über die Wirkungsweise von CBD fehlen aber noch. Dennoch wird CBD-Öl bereits zur Behandlung einiger Krankheiten oder zur Symptomlinderung eingesetzt.

So setzten viele auf die schmerzstillende Wirkung von CBD-Öl bei Kopfschmerzen, Menstruationsschmerzen oder Migräne. Aber auch bei Arthritisbeschwerden wird mehr und mehr auf das Öl gesetzt.

Weitere Verwendungsmöglichkeiten sind:

  • Stress
  • Angststörungen
  • Blutzuckerregulierung
  • Schlafstörungen
  • Nervosität
  • Reizbarkeit
  • Depressionen

CBD-Öl ist im Handel mit unterschiedlichen Stärken erhältlich. Je höher die CBD-Konzentration, desto stärker kann die Wirkung ausfallen. So mancher Hersteller empfiehlt

  • zur allgemeinen Gesundheitsvorsorge eine Konzentration von 2,5 Prozent,
  • bei leichten Beschwerden 5 Prozent und
  • bei mittelstarken Schmerzen 10 Prozent.

Je konzentrierter ein CBD-Öl ist, desto teurer ist es auch. Wurde es vom Arzt verschrieben, übernehmen möglicherweise die Krankenkassen einen Teil der Kosten.

Wie wird CBD-Öl eingenommen?

Die beste Einnahmemethode ist die sublinguale Einnahme. Dafür wird das CBD-Öl mit einer Pipette unter die Zunge getropft. Doch anstatt es gleich hinunterzuschlucken, verbleibt es für 30 bis 60 Sekunden unter der Zunge. So können die Wirkstoffe des Öls über die Mundschleimhaut aufgenommen werden. Durch diese Form der Einnahme gelangt das CBD schneller in den Blutkreislauf. Wird das CBD-Öl direkt geschluckt, gelangt es erst über den Umweg durch die Leber in das Blut. Die Wirkung setzt deutlich verzögert ein. Grundsätzlich sollte das Ölfläschchen vor der Einnahme kurz geschüttelt werden.

cbd oel einnahme

 

Wie schmeckt CBD-Öl?

Der Geschmack von CBD-Öl ist subjektiv. Manche beschreiben ihn als erdig und harzig. Andere wiederum empfinden ihn eher als torfig oder grasig. Da CBD aus dem Hanf gewonnen wird, hat das Öl keine künstlichen Aromen. Daher können die Geschmacksstoffe aber auch variieren. Da sich doch einige Leute an dem Aroma des Öls stören, bieten einige Hersteller inzwischen verschiedene Geschmacksrichtungen an. Dafür wird dem CBD-Öl ein weiteres Trägeröl beigemischt, beispielsweise Olivenöl. Für das CBD-Öl von krautly wird MCT-Öl verwendet, da es nicht nur angenehm neutral schmeckt, sondern zusätzlich wichtige Vitamine und Nährstoffe mitliefert.

Wie ist CBD-Öl zu dosieren?

Eine genaue Dosierungsempfehlung kann für CBD-Öl nicht gegeben werden. Generell sollte man sich bei der Dosis an den Herstellerinformationen orientieren. Dabei ist aber zu beachten, dass die Angaben keinesfalls Dosiervorgaben sind. Diese dürfen die Hersteller, wie das auch bei homöopathischen Mitteln der Fall ist, rein rechtlich nicht geben. Dennoch werden Empfehlungen ausgesprochen. Anfänglich sollte immer mit der niedrigsten Dosis begonnen werden. Diese liegt bei den meisten Herstellern bei dreimal 1 bis 3 Tropfen über den Tag verteilt. Sollte sich nach einiger Zeit keine gewünschte Wirkung einstellen, kann die Dosis erhöht werden. Grundsätzlich gilt: Sobald Unwohlsein oder irgendeine andere körperliche Beeinträchtigung auftritt (z. B. Schwindel), sollte die Einnahme gestoppt werden, beziehungsweise die Dosis wieder reduziert werden. Auch ist es ratsam, sich immer noch die Meinung eines Arztes einzuholen.

Wie schnell setzt die Wirkung von CBD-Öl ein?

Wird CBD-Öl sublingual eingenommen, kann bereits nach 15 Minuten eine Wirkung beobachtet werden. So zumindest die Berichte der KonsumentInnen. Da hier aber auch die Dosierung eine Rolle spielt, kann natürlich keine genaue Aussage über das Eintreten der Wirkung getroffen werden. Auch das allgemeine persönliche Befinden und der Anwendungsgrund beeinflussen die Wirkung. Daher gibt es auch immer wieder Personen, die keinerlei Wirkung verspüren.

Wie lange wirkt CBD-Öl?

Die Wirkungsdauer von CBD-Öl kann nicht genau definiert werden. Sie unterscheidet sich von Mensch zu Mensch. So gibt es Erfahrungsberichte über eine Wirkdauer von 2 Stunden bis zu 8 Stunden. Studien nach scheint sich die Dauer bei einer längeren Einnahme zu erhöhen. Genauso gut kann es aber sein, dass überhaupt kein direkter Effekt bemerkt wird.

Willst du mehr über die Wirkung von CBD erfahren? In diesem Video geht Dr. Weigl aus medizinisch fachlicher Perspektive auf das Thema CBD ein und stellt interessante Studien zur Wirksamkeit vor.

Kann CBD-Öl Nebenwirkungen verursachen?

Wie beinahe alle Stoffe kann auch CBD-Öl Nebenwirkungen auslösen. Da Cannabidiol noch dazu bestimmte Enzyme beeinflusst, kann es zu Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten kommen. So werden möglicherweise

  • Gerinnungshemmer,
  • Säureblocker,
  • Schmerzmittel und
  • Neuroleptika davon beeinflusst.

Bei einer zu hohen Dosis können Müdigkeit, Durchfall, Benommenheit und ein trockener Mund auftreten. Aber auch Schlafstörungen und Hautausschläge gehören zu den unerwünschten Nebenwirkungen sowie ein Abfallen des Blutdrucks. Aus diesem Grund sollte vor der Einnahme von CBD immer ein Arzt aufgesucht werden. Vor allem, wenn bereits wichtige Medikamente zur Behandlung bestimmter Erkrankungen genommen werden müssen.

Hilft CBD-Öl auch Tieren?

Studien zufolge wirkt CBD bei einem Hund bei Schmerzen auf vergleichbare Art und Weise wie beim Menschen. Doch auch hier gibt es noch zu wenig wissenschaftliche Erkenntnisse, um fundierte Aussagen treffen zu können. Allem Anschein nach konnte mit CBD Epilepsie bei Hunden behandelt werden, ebenso wie Angstzustände. Auch bei Katzen konnten positive Effekte beobachtet werden. So half CBD-Öl gegen Übelkeit, Stresszustände oder Angst.

Die Dosierung richtet sich nach Körpergewicht. Jedoch sollte die Verabreichung nie ohne eine professionelle Beratung bei einem Tierarzt begonnen werden.

Wie wird CBD-Öl richtig gelagert?

Die Hersteller empfehlen eine kühle, dunkle Lagerung. Durch eine falsche Lagerung kann die angenommene Wirkweise nachlassen.

Quellenverzeichnis
  • Was ist der Unterschied zwischen Hanf, Cannabis, Haschisch und Marihuana? Zuletzt eingesehen am 01.03.2022 [Quelle]
  • Cannabidiol in Anxiety and Sleep: A Large Case Series. [Quelle]